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Das Schiff: Die Costa Europa ist – wie bekannt – aus dem Jahr 1986. Hier galten wahrscheinlich noch andere Vorgaben für Raum- und Deckenhöhen. Alles scheint ein wenig „gedrungen“. Die immer nur vorhandene Klimaanlage verbessert das alles auch nicht. Im Gegensatz zu den modernen Schiffen merkt der Passagier schon, wie sich die Europa durch das Wasser „wühlt“. Die Einrichtung – wie gesagt – stammt aus dem Gelsenkirchener Barock-Zeitalter und ist entsprechend abgenutzt. Es kann ohne weiteres vorkommen, dass hier Sessel mit nur noch halb montierten Lehnen gefunden werden. Auch alles andere Mobiliar macht einen recht „abgenutzten“ Eindruck. Die Aufzüge sind einfach eine Katastrope.
Uns als Tänzer haben die Tanzflächen sehr gestört. Eine Fläche mit ca. 8 m Längsmaß, einem Mittelmaß von vielleicht gerade 3 m, die aber zu den Seiten hin konisch zulief, so dass nur noch max. 1 m übrig blieb, der durch jeweils eine Säule begrenzt wurde. Die zweite Tanzfläche war dann max. nur noch 1/3 so groß. Nicht gerade sehr aufregend.
Kabine:
Allgemeines: Ein Öffnen der Kabine war nur mit einem Plastikschlüssel (codierter Nummerncode) möglich. Die Costa-Karten waren hier sinnlos. Diese Plastikkarten hatten den Nachteil, dass sie leicht abbrachen, oder aber verklemmten oder aber eben nicht so eingeschoben wurden, dass sich das Schloss ohne Schwierigkeiten öffnen ließ. Bei abgebrochenen Karten wird zwar möglichst umgehend Hilfe und Änderung angedacht, aber es ist eben einfach nur lästig.
Die Kabine war recht klein (Außenkabine, A5). Platz gerade für ein Doppelbett ca. 1,80 * 1,80 m, jeweils rechts und links zwei Nachtschränkchen mit einer Breite von max. 30 cm, so daß ein Betreten des Bettes bzw. Verlassen nur in einer seitlichen Gangweise möglich war. Das Außenfenster mit einer Größe von ca. 70*70 cm mit horizontaler Trennung, recht h och über dem Bett angebracht, so daß eine Sicht nach Außen nur bedingt möglich war.
Die Möglichkeit, Fenster zu öffnen war nicht gegeben, entsprechend war die Klimaanlage seit 23 Jahren gefordert. Diese lief hin und wieder gut, manchmal gar nicht, manchmal zu kalt oder zu heiß. Eben eine Glücksfrage. Dass gleichzeitig der Staub der letzten Jahre mit verwirbelt wurde, ist ebenfalls nicht gerade eine angenehme Art, besonders für Allergiker und Menschen, die mittelschnell eine Erklärung sich einfangen.
Eine Ablage bzw. wie bei anderen Schiffen üblich, verstauen der Koffer unter dem Bett, war nicht möglich, da aufgrund des Feldbettcharakters sowie auch der allgemeinen Höhe des Bettes dieses nicht möglich war, so dass die Koffer während der gesamten Reise frei in der sowieso schon recht engen Kabine standen.
das Mobiliar entsprach dem Gelsenkirchener Barock. Wer es mag, recht nett. Hatte aber gleichzeitig auch die Gebrauchsspuren von Möbeln, die auf dem Sperrmüll gefunden wurden.
Bett: Recht einfaches Rohrgestell mit Füßen (wie Feldbett) mit aufgelegter zweiteiliger Matratze, die mit dem Betttuch (Spanntuch) zusammengehalten wurde. Ein Verrutschen der Matratze war, da keine Seiten befestigt waren, nicht ausgeschlossen.
Kleiderschrank: Recht klein, ca. 1,60 m, wobei die Länge weniger Schwierigkeiten machte als die Breite, da diese nicht ausreichend war, um Jacken etc. so aufzuhängen, dass sie nicht ständig an der Schranktür bzw. am hinteren Teil anschlugen und so leicht verschmutzten. Weiterhin waren die oberen Ablagen durch die Rettungswesten blockiert, die Höhe der Kleiderstange ließ ein Aushängen von Kleidern nicht zu, so dass diese mindestens 30-40 cm auf dem Boden schleiften, was ebenfalls eine Belegung des unteren Bodens verhinderte. Ausreichend Platz für Garderobe, na ja, für die Europa reicht es sicherlich, für eine „normale“ Kreuzfahrt weniger. Die Kleiderschranktüren gingen ständig auf, da die angebrachten Magnetverschlüsse nicht stark genug waren, die Türen zu halten.
Sauberkeit: Die Kabine wurde zwar täglich einmal gereinigt, die Handtücher zweimal gewechselt, aber die Bettwäscher wurde während unserer 12tägigen Kreuzfahrt – trotzdem verschmutzt – nicht gewechselt. Unter dem Bett durfte wohl keiner so genau hinsehen, da sich hier der Staub und Dreck der letzten Jahre angesammelt hatte.
Safe: In der Kabine befand sich – wie allgemein üblich – auch ein Safe. Gerade bei der Europa scheint dies eine recht nützliche Angelegenheit zu sein, da hier immer wieder von „verschwundenen Dingen“ geredet wurde. Leider war der Safe ebenfalls nicht mit der Costa-Karte zu öffnen sondern über einen selbst einzugebenden Nummerncode. Bis dahin noch ganz OK. Nur – der Safe hatte so seine eigenen Vorstellungen, was ein Nummerncode ist, welcher gerade eingegeben wurde und wie er diesen interpretieren sollte, heißt: Hin und wieder ließ er sich öffnen und schließen mit dem Code, oft musste er neu programmiert werden und manchmal nahm er – zum Schrecken meiner Frau – den Code zum Öffnen erst beim dritten oder vierten Eingeben an (unser war recht einfach und konnte nicht falsch eingegeben werden).
WC/Bad: Über die Ablage von Kosmetika braucht nicht diskutiert zu werden, da haben Frauen ihre eigenen Vorstellungen und teilweise – vielleicht – etwas zu viel eingepackt. Aber sie war nicht gerade berauschend, was auch ich feststellen musste. Festgestellt werden aber kann, dass die Warmwasser-/Kaltwasseranlage des Schiffes wohl manchmal überfordert ist. So strömt dann aus der Dusche entweder nur heißes oder nur kaltes Wasser, manchmal kommt es auch recht sparsam. Dies besonders dann, wenn die Touristenbusse wieder zurück am Schiff angekommen sind.
Kleiderordnung: Hier scheint auf diesem Schiff eine eigene Kleiderordnung zu herrschen, die ich einmal als „sehr einfach“ bezeichnen möchte. Während des Frühstücks und Mittagessens ist „sehr“ leger angesagt, d.h. T-Shirt, kurze Hose, Sandalen. In den Bistro-Restaurants reicht sicherlich auch Badehose/Bikini und umgewickeltes Tuch. Abendessen ist ebenfalls sehr leger zu sehen. So kann während der Gala-Dinner ohne Schwierigkeiten im Kurzarmhemd mit Jeans aufgewartet werden. Wer es so leger mag … Auf jeden Fall aber dürfte so der Bedarf an Koffern erheblich reduziert werden, was wiederum einen Vorteil bei der Unterbringung in der Kabine und der Kleidungsstücke im Kleiderschrank darstellt.
Lifte/Aufzüge: Es gab sogar welche auf diesem Schiff, nur … sie zu nutzen, war mit erheblichen Geduldsproben versehen. Dies hatte zum einen den Grund in der recht langsamen Fahrweise der Aufzüge, in der vorhandenen und vorgeschriebenen Belastungsprüfung (nur leider wurde diese nicht wie ausgezeichnet auf 750 kg sondern höchstens bei 350 kg ausgelegt, da bei 4 Personen „Ende der Fahnenstange war“). Gleichzeitig waren die Öffnungszeiten der Türen, wenn sie einmal auf einem Deck hielten – recht lange, so dass auch hier eine weitergehende Verzögerung eintrat. Dass die eingebauten Aufzüge nicht der Passagierzahl gerecht wurden, sei weiterhin vermerkt. Ebenfalls hatten die Aufzüge so ihre eigenen Eigenheiten. Manchmal wurden Decks angefahren, manchmal wurden diese einfach überfahren. Also blieb dem „normalen Gast“ nichts weiter übrig als die Treppe zu nutzen.
Essen: Dies ist immer ein Problem es jedem Recht zu machen. Aber hier war schon in mehreren Beiträgen die Rede davon, dass die Mahlzeiten nicht sehr komfortabel und genussreich sind. Hatte ich bisher bezweifelt, jetzt musste ich feststellen, es stimmt. Grundsätzlich habe ich den Eindruck gehabt, dass hier max. HKL II vorhanden war. Uns ist es sogar passiert, dass wir am Frühstück eine verschimmelte Butter vorfanden. In Bezug auf unbenutztes Geschirr bzw. Besteck scheint eine eigene Ordnung vorzuliegen, da dieses sofort wieder in den Schubladen verschwindet und neu eingedeckt wird. Verschmutztes Geschirr ist in den Büffet-Restaurants zwar nicht üblich, aber oft vertreten, verschmutztes Besteck ist überall anzutreffen.
Das Frühstück in den Buffet-Restaurants auf Deck 9 und 11 war sicherlich recht umfangreich, aber einfallslos. Jeden Tag gleich. Das Frühstück im Restaurant auf Deck 4 hingegen war noch einfallsloser und mit erheblich weniger Auswahl belegt. Vorteil des Restaurants: Hier gab es Cappuccino und Kaffee, der einigermaßen schmeckte. Das Warten hingegen auf den Cappuccino konnte schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Säfte wurden ebenfalls verteilt, aber es dauerte eben. In den Buffet-Restaurants hingegen gab es – aus welchen Gründen auch immer – keinen Cappuccino und der Kaffee war – m.E. – nicht genießbar. Abgesehen davon, dass hier nur aus Plastik gegessen und getrunken wurde. Das sich in den Büffet-Restaurants zu den Essenszeiten sehr lange Schlangen bildeten, sei nur der Form halber noch erwähnt.
Das Mittagessen: In den Buffet-Restaurants sicherlich recht umfangreich. Im Restaurant auf Deck 4 irgendwie nicht gerade einfallsreich. Abgesehen davon, dass sämtliche Mahlzeiten, ob Mittag oder Abend, „recht kühl“ serviert wurden, meistens max. lauwarm. Im Restaurant war die Möglichkeit, sich durch das gebuchte Getränkepaket (11 € pro Tag/Person) auch mit Mineralwasser und Wein bzw. sonstigen Getränken zu versorgen, in den Buffet-Restaurants war dies etwas schwieriger. Hier bekam man sicherlich auch seinen Plastikbecher Bier oder Wein, sobald aber ein zweites Glas bestellt wurde, war dies oft mit Schwierigkeiten versehen. Cola wurde uns nur eine Dose pro Person zugeteilt, mehr sei nicht drin. Im Restaurant konnte es vorkommen, dass ebenfalls nur ½ Glas Wein ausgeschenkt wurde. Im Restaurant gab es zum Frühstück Cappuccino, zum Mittag- und Abendessen hingegen – aus welchen Gründen auch immer, nicht, so dass sich das von uns gebuchte Coffee-Paket nicht rentierte, da hier dann erst einmal auf ein anderes Deck gegangen – nach dem Essen sollst du laufen… - werden musste. Es kam schon vor, dass ein Kellner anfing, die Bestellung aufzunehmen und sich dann schnellstens wieder verzog. Teilweise wurde bis zu 45 Min. auf die Möglichkeit zur Bestellung gewartet (wir verschwanden dann, weil wir keine Lust mehr hatten zu warten und mußten ein „Plastik“-Essen einnehmen).
Abendessen: Im Restaurant ebenfalls nur lauwarm und meist einfallslos. Die Vor- und Nachspeisen wiederholten sich ständig, kaum Abwechslung. Das kannten wir von der Mediterranea anders. Trotz der 22tägigen Reise gab es weder Wiederholungen noch kleine Abänderungen. Obst war die opulente Auswahl zwischen Apfel, Birne und Orange, für die Jahreszeit (April) recht mager, da doch einiges mehr an Obst auf dem Markt zu finden war. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck bei allen Mahlzeiten, dass sich die Qualität erheblich verschlechtert hat. Obst war max. der HKL II zuzuordnen, Gemüse ebenfalls. Rindfleisch wurde oft sehr durchgebraten, so dass teilweise Schuhsohlen dabei als Resultat erreicht wurden. Die Kellner in den Buffet-Restaurants waren meistens nicht gerade freundlich, im Restaurant unterschiedlich, besonders aber zum Frühstück – und Mittagszeiten, da die abendliche Platzordnung nicht eingehalten wurde. Zu anderen Schiffen (Concordia, Mediterranea) war das Essen, die Freundlichkeit der Bedienung erheblich unter Niveau. Die Gala-Dinner waren zwar recht nett, aber ebenfalls einfallslos. Auch am Abendessen war Cappuccino nicht erhältlich im Restaurant.
Customer Service: Hier gab es wirklich gar nichts, was irgendwie richtig lief. Die Mitarbeiter waren entweder zu intolerant oder aber zu arrogant. Konkrete Aussagen zu Beschwerden wurden grundsätzlich mit dem Hinweis auf „nicht Zuständigkeit“ bzw. „nicht befugt“ abgewiesen. Gesprochen wurden zwar verschiedene Sprachen, aber sobald Probleme auftauchten, wurde gerne auf Italienisch ausgewichen und „nichts mehr verstanden“, weder Englisch, noch Spanisch. Schreiben die abgegeben wurden aufgrund Beschwerden, wurden grundsätzlich nicht quittiert (nicht berechtigt), jemand, der berechtigt war, war aber nicht zu finden. Die HSC (Hotel Service Charge) möchte ich eigentlich so vergeben, wie ich es immer gemacht habe, auf der Europa ist dies – siehe auch andere Berichte – grundsätzlich nicht möglich. Ein Einspruch dagegen wurde erst unter schwerstem Protest entgegengenommen und dann auch nur mit einer immer wieder vorkommenden Verzögerungstaktik. Termine, die mit den Managern ausgemacht wurden, wurden von diesen willkürlich in die Essenszeiten (Galadinner) verlegt ohne dann selbst zu erscheinen und wieder Subalterne zu schicken, die keine „Befugnisse“ hatten. Die Costa Europa scheint in dieser Hinsicht absolut führend in der Inkompetenz zu sein.
Ausflüge: Das Thema der überteuerten Ausflüge möchte ich mir schenken, da jeder inzwischen selbst entscheiden kann, ob er bucht oder nicht. Eine Schwierigkeit aber scheint – zumindest bei den buchbaren Ausflügen in Alexandria und Port Said – die Zeit zu sein. Die vorgegebenen Zeiten sind kaum haltbar. Besonders in Port Said scheint es regelmäßig Schwierigkeiten mit der Pünktlichkeit der Busse am Hafen zu geben. Wir hatten das „Glück“, dass statt der „normalen“ Auslaufzeit um 19.30 Uhr wir erst mit dem Bus gegen 21.00 Uhr eintrafen. Wir konnten nicht auslaufen, da von 21.00 Uhr bis 01.00 Uhr der Suez Kanal wegen der Schiffs-Konvois in Nord-Süd-Richtung geöffnet war und damit der Hafen Port Said zum Auslaufen gesperrt wurde und so ein Auslaufen vor 01.30 Uhr nicht möglich war. Resultat: Die nachfolgenden Ausflüge wurden rigoros gekürzt um wieder in den „normalen“ Zeitplan zu gelangen. Und das alles nur, weil in Ägypten unbedingt noch irgendwelche Läden mit „besichtigt“ werden müssen.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Wenn ich feststelle, dass mich 17 Tg Costa Medita4erranea in einer Suite ca. 107 € pro Tag gekostet haben, jetzt bei der Costa Europa mit 12 Tg. in einer A4/A5-Kabine 89€ (inkl. Club-Rabatt, ohne bei ca. 122 € liegt), so bleibt für mich nicht einmal mehr die Frage, ob der Preis einen Ausschlag geben wird bei dieser Route, da sicherlich auch andere Reedereien das östliche Mittelmeer bereisen. >>
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